Projekt "Dinklager Wirtshäuser" 2014

 

Ansprechpartner Christian Martin

 

Wir sind ein kleines Team, das sich eine Aufarbeitung der Geschichte der Dinklager Gastwirtschaften seit Anfang des 20. Jahrhunderts zum Ziel gesetzt hat. Neben der Kirche und dem Rathaus waren die Gastwirtschaften ein wichtiger Begegnungsraum, der in seiner Vielfältigkeit und Bedeutung bisher nur wenig untersucht wurde. Über fünfzig Gastwirtschaften versuchen wir durch Auswertung von Archivmaterialien, Befragung von Zeitzeugen und unter Mithilfe der Öffentlichkeit in ihrer Entwicklung zu beschreiben: Wer waren die Betreiber?  Welche Ausstattung hatte die Wirtschaft? Wer waren die Gäste? 
Ein weiterer Bestandteil der Arbeit ist die Ursachenforschung für den Rückgang der Anzahl hiesiger Gastwirtschaften.
Mit welchem Selbstverständnis und in welcher Form wir im Zeitraum seit unserer ersten Zusammenkunft  gearbeitet haben, was bisher erreicht wurde und wie es weiter gehen kann, soll der folgende Beitrag zeigen. Inhaltlich deckt er sich im Wesentlichen mit den Veröffentlichungen zum Thema im letzten UTKIEK (Nr. 51). Damals hatten wir ihn als „Werkstattbericht“  tituliert. Bisher - zumindest von uns-  nicht veröffentlicht sind die hier gezeigten Bilder.  
[Nachdem für die Jubiläumsschrift der Bauerschaft Schwege die Geschichte der dortigen Gastwirtschaften aufgearbeitet wurde, stand irgendwann die Frage im Raum: „Was ist mit den übrigen Gastwirtschaften in Dinklage?“  

Dinklager Wirtshäuser

Zu Beginn des Jahres 2014 schlossen sich einige an der Fragestellung Interessierte zusammen, denn sie waren sich sicher: „Da gibt es noch viel zu erzählen.“
Mit Unterstützung der Dinklager Bevölkerung trugen wir Namen und Standorte hiesiger Gaststätten zusammen, die es zumindest seit 1900 in Dinklage gab. Wir entschieden uns für die ermittelten Gaststätten (58) bebilderte Lebensläufe („Betriebschroniken“) zu erstellen.
Ferner sollten Erkenntnisse über die Rahmenbedingungen des Gaststättenwesens gesammelt werden. Das erste Forschungsjahr stand vor allem im Zeichen der Materialbeschaffung. Um die Namen der Betriebsinhaber und die Zeiten ihrer Tätigkeiten in Erfahrung zu bringen, galt es, die Konzessionsunterlagen zu sichten. Denn die Erteilung einer Konzession für eine Schankwirtschaft war von strengen behördlichen Auflagen geprägt.  Viele Tage und Stunden wurden investiert, um die entsprechenden Akten im Staatsarchiv Oldenburg und im Kreishaus Vechta zu sichten, hinzu kamen noch zahlreiche Unterlagen von Privatpersonen. Diese wurden schriftlich ausgewertet oder fotografiert und archiviert. Am Ende dieser Arbeiten waren mehrere hundert Dokumente (z.T. noch aus dem 19. Jhdt. stammend) aufbereitet und auf einer Online-Speicherplattform abgelegt. Dies ermöglicht den gemeinsamen Zugriff der Projektteilnehmer auf den Datenbestand. Somit wird jeder Mitarbeiter automatisch über Ergänzungen und Veränderungen informiert.  Es werden auch Fotografien gesammelt, da es ebenfalls ein Ziel ist, die Gaststätten sowohl in ihrer Bauform und Ausstattung als auch ihre Betreiber und die „Nutzung“ zu dokumentieren. Hier sind wir sehr dankbar für die Unterstützung durch das Fotoarchiv unseres Heimatvereins, auf deren sorgfältig aufbereiteten Bestand wir zurückgreifen dürfen. Auch haben uns viele Dinklager Bürgerinnen und Bürger Bildmaterial zur Verfügung gestellt. 
Aufschlussreich sind überdies die zahlreichen Bau-Zeichnungen, die im Zuge von Um- oder Neubauten angefertigt wurden. Sie geben Auskunft über die Größe der Schankräume und evtl. weitere „Betriebszweige“ wie Säle, Kegelbahnen, Läden oder Landwirtschaft. Um eine Analyse der Rahmenbedingungen des Gaststättenwesens und ihrer Bedeutung in unserer Region zu ermöglichen, haben wir zudem einen recht umfänglichen Bestand an relevanter Fachliteratur, bestehend aus Büchern, Aufsätzen, Studien, Zeitungsartikeln und Onlineinhalten,  zusammengetragen. Sogar aus Bayern -  aus der Kath. Universität Eichstätt -  erhielten wir aktuelle Forschungsberichte zum Wandel der Wirtshauskultur. 
Übrigens wird nach Abschluss des Projektes sämtliches Material, das von uns zusammengetragen wurde, dem Archiv des Heimatvereins übergeben und steht somit auch für weitergehende Auswertungen zur Verfügung.
Ein wichtiger nächster Schritt wird darin bestehen, aus den Archivmaterialien einen „Kneipenlebenslauf“ zu erstellen. Es ist uns wichtig, dass diese „Lebensläufe“ nicht nur Sammlungen tabellarisch aufbereiteter Fakten sind, sondern lebendig von den Eigenarten der Gaststätten und ihrer Entwicklung berichten.    Mit der Methode „oral history“ werden wir außerdem versuchen, all die noch vorhandenen „Lücken“ durch Befragung von Zeitzeugen zu füllen.

Dinklager WirtshäuserParallel werden wir auch weiterhin die Unterstützung der Dinklager bei der Suche von Materialien benötigen: Bilder der Gaststätten bzw. Innenaufnahmen, Fotos der Betreiber, Aufnahmen die beispielhaft das Leben in den Gaststätten zeigen (Stammtische, Vereinstreffen etc.), Werbeanzeigen etc. und natürlich gerne auch Anekdoten und sonstige Informationen zu den Gaststätten. 
Gerne können Sie auch Ihren Verwandten- und Bekanntenkreis über unser Vorhaben und Anliegen informieren. Wir freuen uns auf Ihre Unterstützung.
Vielleicht fragen Sie sich: „Wofür das Ganze?“ Wir denken, dass es sich um ein sehr spannendes Thema aus dem alltäglichen Leben in Dinklage handelt, das bislang aber heimatkundlich kaum Beachtung fand. Der Heimatverein Dinklage ist dafür überregional bekannt, dass auch mal neue, sperrige Themen und schwierige Pfade beschritten werden – wir packen das an!
Wir hoffen, die Ergebnisse des Projekts am Ende in Buchform veröffentlichen zu können.
– herzlichen Dank aber schauen Sie ruhig noch einmal in alten Pappkartons nach alten Fotos!

Christian Martin, Februar 2015

       
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