Die zweite Kulturreise dieses Jahres führte Mitglieder des Heimatvereins Dinklage in die Hafen- und Museumsstadt Bremerhaven.

 

Nach der Ankunft in Bremerhaven erfuhren die Dinklager Heimatfreunde während einer geführten Stadtrundfahrt, dass die Stadt Bremen erst 1827 vom Königreich Hannover Gebiete an der Wesermündung erwarb. Wegen der Versandung der Weser wollte man dort einen neuen Hafen anlegen. Ab 1830 entlastete der in Bremerhaven zuerst gebaute „Alte Hafen“ die 60 km weseraufwärts gelegene Hansestadt. Steigende Schiffsankünfte und größer werdende Schiffe führten zum permanenten Hafenausbau. Es entstanden der „Neue Hafen“, die „Kaiserhäfen I-III“, die „Columbuskaje“ und das 5 km lange „Containerterminal“. Der Stadtführer berichtete, dass Bremens Rederei „Norddeutscher Lloyd“ 1881 die größte Reederei der Welt war. Wir sahen eines der weltgrößten Containerschiffe und Unmengen gestapelter Container vor riesigen Verladekränen. Zehntausende   Autos warteten auf den Export per Schiff oder als Import auf den Weitertransport per Bahn oder LKW. Im Militärhafen landen noch heute die Amerikaner die Militärausrüstung ihrer europäischen Truppen an. 1958 kam Elvis Presley mit einem Truppentransporter nach Bremerhaven,  um in Deutschland seinen Militärdienst abzuleisten. An der „Columbuskaje“ wurde er mit euphorischem Jubel von deutschen Fans begrüßt. Heute lag das Kreuzfahrtschiff „Costa Mediterranea“ für einen Tag an der Kaje. Die 2800 Passiere waren auf Besichtigungstour in Bremerhaven.

Nach einem guten Mittagessen wurden in den Havenwelten das Auswandererhaus und das Klimahaus besucht. Das 2005 eröffnete „Deutsche Auswandererhaus“ liegt historisch am 1852 gebauten „Neuen Hafen“. Damals entluden hier Frachtsegler ihre Kolonialwaren. Für die Rückreise wurden auf den leeren Ladedecks übereinander einfachste Schlafplätze gezimmert. Auf ihnen beförderte man die Auswanderer in 6-12 Wochen nach Amerika. Dieses Erlebnismuseum erinnert an 7,2 Mio. Menschen, die von Bremerhaven in die neue Welt auswanderten. Im Museum werden ihre Beweggründe, ihre Gefühle bei Abfahrt und Ankunft und die oft leidvolle Überfahrt gezeigt. Einige unserer Mitreisenden versuchten, durch Nutzung der angebotenen Dateien Klarheit über das Schicksal ihrer ausgewanderten Vorfahren zu bekommen.

Das in Schiffsform erbaute „Klimahaus Bremerhaven 8° Ost“ ermöglichte uns eine virtuelle Reise auf dem östlichen Längengrad 8°34'30" durch die unterschiedlichsten Klimazonen der Erde. Menschen in der Schweiz, in Sardinien, Niger, Kamerun, der Antarktis, in Alaska, Samoa und Langeness teilten uns ihre persönlichen Sichtweisen von heimischer Kultur und persönlich erlebter Veränderung der Umwelt mit. Zusammen mit den objektiven Daten zur Klimaveränderung sollen sie uns zum Erhalt einer lebenswerten Erde für unsere Kinder und Enkel durch eigene Verhaltensänderungen anregen.

Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir am Abend wohlbehalten nach Dinklage zurück.

Foto: Hoymann

       
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