Legendäres Bramscher Rot - 2018

 

Die erste Kulturreise des Heimatvereins führte ins Tuchmachermuseum in Bramsche und ins ehemalige Benediktinerinnenkloster Malgarten.

Bei Kaiserwetter tauchten wir im Tuchmachermuseum in Bramsche in die vergangene Welt der Wollstoffherstellung ein. Über 400 Jahre arbeiteten Tuchmacher an dieser historischen Stätte. Bis zu zwölf Stunden am Tag wuschen und färbten sie die Wolle, spannen das Garn, webten das Tuch und rüsteten es zu hochwertigem Bramscher Tuch für zum Beispiel Mäntel und Uniformen aus. Großaufträge wurden für die Armeen des Königreiches Hannover und des Königs von England in schönstem Bramscher Rot und indigoblau abgewickelt. Diese Naturfarben wurden aus der Wurzel der dreijährigen Krapppflanze und den Blättern des Waids in einem aufwendigen Prozess gewonnen. Bei der Demonstration an laufenden Maschinen erlebten wir die 23 Arbeitsschritte von der Roh-Wolle bis zum fertigen Produkt. Der Übergang von handwerklicher Arbeit zur industriellen Produktion an handgetriebenen hölzernen Maschinen vor 200 und transmissionsriemengetriebenen Metallmaschinen von 100 Jahren wurde für viele Menschen von Arbeitslosigkeit und Not begleitet. In diesem lebendigen Museum spürten wir den rasanten technischen Fortschritt, der mit immer höherer Automatisation und Verbilligung der Produkte verbunden war. Viel mehr Menschen konnten sich jetzt edle Wollstoffe leisten, aber auch immer weniger verdienten ihren Lebensunterhalt damit.

Nach dem gemeinsamen Kaffeetrinken im Museumscafé fuhren wir ins ehemalige Benediktinerinnenkloster Malgarten. Gegründet wurde das Kloster als Stiftung der Tecklenburger Grafen für Nonnen aus Essen/Oldenburg. Im Zuge der Säkularisation wurde es 1803 aufgelöst und versteigert. Bei einer Führung in der Klosterkirche wurde uns die Entstehungsgeschichte ausführlich geschildert. Dann besichtigten wir die Räumlichkeiten des Klostergebäudes und tauchten ein in das 600-jährige Klosterleben der Benediktinerinnen. Heute ist das aufwendig renovierte Kloster in Privatbesitz. Die Klosterkirche dient als katholische Pfarrkirche und die Klosteranlage ist ein Ort der Besinnung, Musik- und Kunstveranstaltungen. Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir am Abend nach Dinklage zurück.

Hans Hoymann

       
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