Heißer Tee und tiefgekühlte Lebensmittel Dinklage: Die vierte Kulturreise des Heimatvereins Dinklage führte zum barocken Schloss Evenburg in Leer und in die Famila-/Bünting-Zentrale.

 

Bei einer Führung erfuhren die Teilnehmer, dass das barocke Wasserschloss Evenburg im 17. Jhdt. im Stil des Niederländischen Klassizismus erbaut wurde. Mitte des 19. Jhdt. besuchte der junge Carl Georg Graf von Wedel viele Fürstenhöfe in Europa. Um auch einen standesgemäßen Wohnsitz vorweisen zu können, ließ er in nur zwei Jahren das baufällige alte Schloss prunkvoll im neugotischen Stil umbauen und den Garten in einen englischen Landschaftspark umgestalten. Das von ihm auf der Weltausstellung 1867 in Paris gesehene erste Fahrrad musste für ihn ein Schlosser aus Leer nachbauen. Ein extra herbeigeholter Belgier erteilte von Wedel Fahrstunden. Mit dem Gärtnermeister Ohle eröffnete er die damals bedeutende Handelsgärtnerei für Modepflanzen (Georginen). Als die Familie von Wedel 1930 in Schloss Gödens ihren Wohnsitz nahm, begann das Schloss zu verfallen. Daher kaufte der Landkreis Leer 1975 das Schloss, den Meierhof und die dazu gehörenden rd. 110 Hektar landwirtschaftliche Fläche. Die Gebäude wurden dann aufwendig im alten Stil renoviert. Wir wurden durch die ehemaligen Privaträume des gräflichen Ehepaares geführt. Kunstvoll bemalte Tapisserien, wertvolle Möbel, Leuchter und verzierte Stuckdecken zeigten den repräsentativen Wohlstand der Adligen um 1862. Beim Rundgang tauchten wir in das Leben und Wirtschaften der Grafenfamilie im 19. Jahrhundert ein.

Als ein sichtbares Zeichen für Weltoffenheit empfing uns die Bünting-Zentrale in Nortmoor. Bei der Führung lernten wir die Bünting Unternehmensgruppe in ihrer ganzen Vielfalt kennen und erhielten Einblicke in die Teeproduktion. Wir sahen die maschinelle Verpackung von losem Tee und das rasante Füllen der Teebeutel. Auf einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Bünting Shuttle durch die verschiedenen Klimazonen des 38000 qm großen Famila-Logistikzentrums gewannen wir einen Eindruck von hochmoderner computergesteuerter Logistik. Die Höhe und Größe des Hochregallagers und die Fahrgeschwindigkeit der Kommissionier-Fahrzeuge erstaunten besonders. An den Blick in das arktisch gefrorene Tiefkühllager und die dort arbeitenden, dick vermummten Mitarbeiter werden sich die Mitreisenden mit Sicherheit beim Kauf der nächsten Tiefkühlware erinnern.

Nach dieser Fahrt konnten wir Bünting-Tee und Kuchen in geselliger Runde genießen.

Hans Hoymann

Foto: Hoymann

 

 

       
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