Entdeckungen im Goldenstedter Moor - 2017

 

moorAngst vor Moorhexen? So etwas haben Dinklager Radwanderfreunde doch nicht! Trotzig führte die erste Tagestour 2017 der Radwanderer im Heimatverein „Herrlichkeit“ am 18. Mai deshalb zu den vermeintlich bösen Damen zum Haus im Moor in Arkeburg  bei Goldenstedt. Pünktlich um 9.00 Uhr starteten 41 Radler am Treffpunkt „Alter Bahnhof“. Recht zügig ging´s dann über Lerchental, Siebengestirn, Moorweg, Hellmans Damm bis zur Arkeburgstraße mit dem Ziel „Haus im Moor“.  Dort  angekommen gab es zum Mittagessen Schmackhaftes und Kräftiges auf den Teller: Eierpfannkuchen oder Buchweizenpfannkuchen zum Sattessen mit Preiselbeeren, Schwarzbrot – serviert mit Kaffee oder  Tee.  

  

…. und dann tauchten sie plötzlich auf. Freundlich gesinnt und so gar nicht Angst einflößend: Die Hexen aus dem Goldenstedter Moor.

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Radwandern macht hungrig. Und wenn´s dann auch noch so toll schmeckt, greifen alle gern auch noch mal ein zweites Mal zu.

Anschließend fuhren wir mit der Moor-Bahn unter fachkundiger Führung  durch das  rund 640 Hektar  große  Goldenstedter Moor.

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Spannend und lehrreich: professionell informierte der Gästeführer vom NIZ (Naturschutz- und Informations-Zentrum) die aufmerksame Radwandergruppe aus Dinklage.

Was bei einer gut 90 minütigen Exkursion doch so alles Wissenswerte und bisher Unbekanntes vermittelt werden kann: Wer wusste schon, dass neben dem Moorfrosch auch Grasfrösche  und Teichfrösche im Moor und seinen Randbereichen leben? Im Moor schwirren über den Tümpeln auch hunderte Kleinlibellen. Schwarze Heidelibellen und Gefleckte Heidelibellen sind Unruhegeister, die man nur selten ruhig sitzen sieht. Und wenn sich Raubwürger und Moorfrosch begegnen ist Obacht geboten. Der etwa amselgroße Raubwürger gehört zu den Singvögeln. Moorfrösche sollten auf der Hut sein, denn Raubwürger erbeuten nicht nur Mäuse und kleine Singvögel, sondern auch Lurche. Der Raubwürger ist von Oktober bis April Gast im Goldenstedter Moor; er brütet nur in einzelnen Jahren am Moorrand.  Meist entdeckt man den Vogel, wenn er - auf einer Baumspitze sitzend - Ausschau nach Fressbarem  hält.

Von Oktober bis Dezember kommen die Kraniche ins Moor. Erst seit einigen Jahren rasten die Vögel wieder im Moor - der Wiedervernässung sei Dank. Im Herbst 1999 wurden 32 dieser anmutigen Vögel gezählt, 2014 waren es 21.290 Kraniche, 320 haben sogar überwintert. Auch leben dort viele Schnepfen, der große Brachvogel, und die Sumpfohreule.

Moore endstanden nach der letzten Eiszeit vor etwa 11.500 Jahren.  Einhundert Jahre sind notwendig, um eine Torfschicht von 10 cm aufzubauen. Besonders beeindruckend und für großes Staunen sorgte die Wollgrasblüte.moor4

 

Von wegen nix los im Moor. Am Besuchstag herrscht reger Zugverkehr.

Nach der Moorbahnfahrt  fuhren wir über Tellbrake, Füchtel, Lattweg, Zitadellenpark und Hochzeitswald zur Schützenburg („Fizz“) Vechta. Dort gab es Kuchen mit Sahne und satt Kaffee. Anschließend wurde die Heimreise nach Dinklage mit insgesamt 55 Kilometern fortgesetzt.  

moor5Herrlich: ein Blick in die Weiten des Goldenstedter Moores an einem ebenso herrlichen Maitag 2017.

Text und Fotos von Clemens Witte  

       
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